Anfängerfehler macht jeder

Foto Anfängerfehler
Anfängerfehler passieren jedem!

Seien wir mal ehrlich, jeder fängt mal klein an und am Anfang jeder Fotografenlaufbahn geht es im folgenden Verfahren voran: Knips – Mist – Einstellung verändert – Knips – Mist – Einstellung verändert – Knips – Mist – Einst…- ahhh ich muss den Kameradeckel erst abmachen. So ungefähr sieht überspitzt dargestellt der typische Alltag eines Fotografieanfängers aus. Ja, es gibt auch andere, aber die lassen wir jetzt mal außen vor. Damit nicht andere Fotobegeisterte, die den Einstieg wagen wollen, die gleichen Fehler machen, stelle ich mal meine zehn liebsten vor, die ich schon des Öfteren begangen habe.

1. Verdammter Kameradeckel

Ein echter Klassiker, der auch dem ein oder anderen gestandenen Fotografen unterläuft. Man schaut durch den Sucher und was sieht man? Nichts! Die schwarze Leere des Universums. Der Kameradeckel kann es ja nicht sein,  den hat man ja NATÜRLICH schon abgemacht. Liegt bestimmt an der Belichtungszeit oder eventuell ist einfach die Kamera defekt. Also wird an den Einstellungen rumgetestet und eigentlich sollte ja ein halbwegs brauchbares Foto entstehen. PENG, natürlich nicht. Also lässt man sich herab und schaut nach dem Kameradeckel und oh Wunder, dieses verdammte Teil sitzt da frech auf dem Objektiv. Also: Einmal mehr kontrollieren verspricht schnelle Hilfe.

2. Die Kamera alles machen lassen

Kamera an und los geht es. Trial and Error ist ja auch vollkommen okay und richtig, aber wenn es darum geht wild in der Gegend herum zu knipsen mit Hilfe der Kameraautomatik, dann läuft da was beim passionierten Fotografieanfänger gehörig falsch, wenn es eine gewisse Anzahl an Fotos oder einen gewissen Zeitraum überschreitet. Wenn ich mir schon eine Kamera kaufe und dabei spielt es keine Rolle ob System, DSLR, Kompakt, etc. und mir vornehme, die besten Fotos der Welt zu schießen, dann bitte nicht nur im Automatikmodus. Ja, am Anfang habe ich den Modus auch oft und häufig genutzt und wenn ich im Urlaub heutzutage faul bin, dann auch mal zwischendurch, aber ab einer gewissen Erfahrung sollte man wissen, was die eigene Kamera drauf hat und wie sie in welcher Situation zu nutzen ist. Also bitte nicht den Anfängerfehler begehen und die Nikon, Canon, Sony oder wie sie alle heißen nur im Gemütlichkeitsmodus bedienen, sondern ausreizen! Alles andere hat nichts mit (semi-)professioneller Fotografie zu tun.

3. Die Kamera ist schuld!

Es ist leicht immer anderen die Schuld zu geben, vor allem, wenn es sich um ein Gerät wie eine Kamera handelt. In manchen Fällen mag es stimmen und die Kamera hat ein technisches Problem oder aber das Objektiv, dass gerade gekauft wurde, ist eine Gurke. Jedoch in den meisten Fällen liegt das Problem eher hinter der Kamera und schaut durch den Sucher. Gute Bilder entstehen nicht sofort, sondern sind das Produkt aus Talent und der Fähigkeit die Möglichkeiten einer Fotokamera voll zu beherrschen.

4. Das Motiv ist schuld!

Manchmal ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Nicht immer lässt sich alles, was einem vor die Linse läuft und nach einem guten Foto schreit, auch sofort fotografieren. Oftmals stimmen die äußerlichen Bedingungen mit den möglichen Kameraeinstellungen einfach nicht überein, bspw. wenn die Mittagssonne jegliche Versuche bestimmte Objekte abzulichten zunichtemacht, weil die Reflektionen, die Kamera überfordern oder den Bildern jegliche Stimmung raubt. Wenn dies der Fall ist, sollte man nicht den Anfängerfehler begehen und die Motive abschreiben. Wenn man die Zeit dazu hat, sollte das zu fotografierende Motiv zu einer anderen Tages- und Lichtzeit aufgesucht werden und neuer ein Versuch gewagt werden.

5. Das Motiv gehört in die Mitte!

Nein, gehört es in den meisten Fällen nicht! Oftmals fehlt Bildern, die ihr Motiv direkt im Zentrum haben jegliche Dynamik und künstlerische Gestaltung. Die Kombination aus Vorder- und Hintergrund macht meistens ein gutes Bild, wenn man zudem noch die „Drittel“-Regel beachtet. Dabei teilt man gedanklich das Bild in neun Felder ein; durch jeweils zwei horizontale und vertikale Linien mit selben Abstand. Dort wo sich die horizontalen und vertikalen Linien schneiden sollte sich das Hauptmotiv befinden. Einfach mal ausprobieren und Ergebnisse vergleichen.

6. Die Sonne muss beim Fotografieren immer im Rücken sein

Auch hier: Nein, das muss nicht sein. Auch wenn dies eine der Regeln ist, die man fälschlicherweise oftmals von Freizeitfotografen hört. Gerade das Spiel mit dem Licht macht einen wichtigen Part der Fotografie aus. Bilder im Gegenlicht oder im schattigen Wald strahlen oftmals einen ganz besonderen Reiz aus. Also nicht den Anfängerfehler begehen und sich den Buckel verbrennen.

7. 87% des Menschen auf dem Bild reichen

Abgeschnittene Arme, ein Fuß, ein halber Kopf, alles nicht schön, wenn man Fotos betrachtet. Gerade bei der Bildgestaltung sollte darauf Wert gelegt werden, dass wichtige Bereiche des Motivs entweder vollständig oder bewusst unvollständig abgebildet werden.

8. Belichtungszeit > 1 Sekunde. Ruhige Hand? Kein Problem!

Auch hier ein klares: Nein, sorry! Selbst Belichtungszeiten ab 1/50 Sekunden können unter Umständen schon schwierig werden. Selbst kleinste Körperbewegungen führen zu unscharfen und verwackelten Fotos. Abhilfe schaffen da Bohnensäckchen (kann man auch selber herstellen), Tripods oder Stative, die für weitaus mehr Sicherheit sorgen, wenn es um die Stabilität beim Fotografieren geht. Also nicht den Anfängerfehler machen und die eigenen körperlichen Fähigkeiten überschätzen.

9. Je mehr auf dem Bild, umso besser!

Manchmal ist weniger mehr. Oftmals versuchen Anfänger soviel auf ein Bild zu packen, wie irgend nur möglich. Ärgerlicherweise sieht dann meistens das Bild hinterher vollkommen überladen aus und der Blick für die feinen Details geht verloren. Den Fokus auf bestimmte Teilbereiche zu legen verleiht dem Motiv meist eine ganz andere Note und lässt es anders wirken. Einfach mal ausprobieren!

10. An den Weißabgleich denken? Nö!

Warum sollte ich als Anfänger an so etwas wie den Weißabgleich denken? Wozu ist der überhaupt da? Zur ersten Frage gibt es eigentlich nur eine passende Antwort: Bessere und schönere Fotos! So einfach ist. Die zweite Frage muss man da schon etwas genauer betrachten, um nicht den Fehler zu begehen, das Thema komplett der Kameraautomatik zu überlassen. Der Weißabgleich oder auch White Balance (meistens mit WB gekennzeichnet) bereitet quasi die Kamera auf die Farbtemperatur im aufzunehmenden Foto vor. Die Farbtemperatur wird dabei in Kelvin gemessen. Natürlich kann man den automatischen Stil benutzen und alles die Technik machen lassen. Das würde ich allerdings als Anfängerfehler in den meisten Fällen bezeichnen (ok zugegeben, wenn ich richtig faul bin und nur einen Schnappschuss machen will…). In der Fotografie dreht sich oftmals (wenn nicht immer) um Stimmungen, die man einfangen möchte und dies gelingt eigentlich nur, wenn die Farben originalgetreu oder bewusst verzerrt wiedergegeben werden. Wähle ich den automatischen Weißabgleich, so überlasse ich die Farbinterpretation komplett der Kamera, was meistens zu Farbstichen führt, die dem zu fotografierenden Objekt nicht gerecht werden. Besser sind dabei die vorgefertigten Pre-Sets in der Kamera, wie bspw.:

  • Tageslicht
  • Schatten
  • Wolkig
  • Kunstlicht von Glühlampen (in verschiedenen Variationen)
  • Kunstlicht von Leuchtstoffröhren (in verschiedenen Variationen)
  • Manuelle Eingabe der Farbtemperatur

Diese geben dem Fotografen mehr künstlerische Freiheit, aber auch die Sicherheit, dass Farben korrekt abgebildet werden, wobei der Weißabgleich natürlich nicht alleinverantwortlich dafür ist. Also nicht den Anfängerfehler begehen und die Kamera alles alleine machen lassen. Da das Thema doch etwas komplexer sein kann, hier nochmal ein Infovideo dazu:

Zusammenfassung

Fehler müssen gemacht werden, damit wir daraus lernen. Diese zehn Fehler sind bestimmt nicht die einzigen, die man als Anfänger machen kann. Aber diese zu beachten ist schon ein erster guter Schritt in die richtige Richtung. Also rausgehen, Fotos machen, lernen, bessere Fotos machen!

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