Was bedeuten die Fotomodi P, A, S & M auf meiner Kamera?

Kamera Sony Fotomodi
Fotomodi einer Sony Alpha 57

Jeder Fotografieneuling, der sich eine Kamera anschafft, wird schnell an den Punkt kommen und sich fragen, was denn da neben der Kameraautomatik noch für Fotomodi auf seinem Auswahlrad zu finden sind. Schnell fallen da einem die vier verschiedenen Buchstaben P, A, S und M auf. Die vier Buchstaben, die von Kameramarke zu Kameramarke leicht abweichen können (z. B. bei Canon), stehen für Programmautomatiken oder Fotomodi mit unterschiedlichen Prioritäten bzgl. der technischen Einstellungen einer Kamera. Sie bieten dem Fotografierenden eine große Bandbreite an kreativen Möglichkeiten, die sich in verschiedenen Kombinationen zusammenführen lassen, um ein Motiv darzustellen. Wie schon im letzten Blogpost zum Thema „Anfängerfehler in der Fotografie“ beschrieben, sollten diese Fotomodi unbedingt genutzt werden, um das volle Potenzial einer Kamera auszunutzen. Im Folgenden werde ich die Einstellungen vorstellen und auf ihre Besonderheiten kurz eingehen.

P – Viel Automatik – Wenig Individualisierung

Die Programmautomatik (im Englischen: Program Mode), bei meiner Sony Alpha 57 mit „P“ gekennzeichnet, bietet dem Fotografen zwar mehr Möglichkeiten Individualisierungs- und Einstellmöglichkeiten als die komplette Vollautomatik einer Kamera, jedoch auch weniger als die anderen Fotomodi. Die Blende und die Belichtungszeit lassen sich bspw. nicht einstellen. Jedoch können die Werte für den Weißabgleich und die Lichtempfindlichkeit (ISO) beeinflusst werden und somit die Belichtungsmessung der jeweiligen Kamera. Sind diese gesetzt so errechnet die Kamera automatisch die richtige Blende und Belichtungszeit. Gerade für den Einstieg in die anderen Modi ist die Programmautomatik ein idealer Ausgangspunkt, um die Reaktionen der eigenen Kamera in verschiedenen (Licht-)Situationen zu erleben und daraus zu lernen.

A – Blendenpriorität – Automatische Belichtung

Der Modus der Blendenpriorität (im Englischen: Aperture Mode) wird mit „A“ oder auch „Av“ (Aperture Value) abgekürzt auf dem Einstellrad einer Kamera. Hier kann der Fotograf die Blende frei wählen und die Kamera passt automatisch die Belichtungszeit an. Ebenso lassen sich der ISO-Wert und der Weißabgleich anpassen, aber auch hier gibt es die Möglichkeit, dass dies automatisch geschieht. Dieser Modus ist besonders für Fotos mit variierender Tiefenschärfe von Vorteil, die je nach Blendenöffnung unterschiedlich ausfällt. Je kleiner die Blendenzahl, desto unschärfer der Hintergrund und anders herum natürlich, je größer die Blendenzahl desto schärfer wird der Hintergrund. Beide Einstellungen können je nach Bildaufbau als tolles, stilistisches Mittel zum Einsatz gebracht werden, bspw. um Dinge besonders hervor zu heben oder in der Landschaftsfotografie, um das komplette Bild scharf zu gestalten .

S – Belichtungszeit im Fokus

Der Modus für die Belichtungszeit (im Englischen: Shutter Speed Mode) wird meistens mit den Buchstaben „S“ oder „Tv“ (Time Value) abgekürzt. Anders als bei der Blendenpriorität kann hier die Belichtungszeit eingestellt und die Blende wird durch die Kamera automatisch angepasst. Gerade in der Natur- bzw. Tierfotografie oder Sportfotografie sind meistens sehr kurze Belichtungszeiten von Vorteil, wenn es mal schnell gehen muss. In diesem Modus muss einem zu jeder Zeit bewusst sein, dass immer kürzer werdende Belichtungszeiten auch größer werdende Blendenöffnungen brauchen um das Motiv richtig zu belichten, was wiederum zu geringerer Schärfentiefe führt(was natürlich nicht schlimm ist, wenn es gewollt ist). Wer das ganze etwas ausgleichen will versucht sich an der Einstellung des ISO-Werts, der die Lichtempfindlichkeit der Kamera steuert. Jedoch sollte hier darauf geachtet werden, dass das Bildrauschen nicht zu stark wird, was ansonsten nachher zu ärgerlichen „Bildfehlern“ führt. Auch in diesem Modus lassen sich ISO-Wert, wie schon beschrieben, und Weißabgleich manuell einstellen, aber auch automatisch.

M – Fotos komplett individuell gestalten

Der manuelle Modus (im Englischen: Manual Mode) wird sehr schlicht mit dem Kürzel „M“ gekennzeichnet. Dieser Modus bietet dem Fotografen am meisten Gestaltungsmöglichkeiten, ist aber auch zeitgleich der anspruchsvollste der vier vorgestellten Modi. Hier lassen sich die Blende und die Belichtungszeit individuell einstellen. Ebenso der ISO-Wert und die Weißabgleichseinstellung. Um mit diesem Modus wirklich klar zu kommen bedarf es viel Neugierde und Durchhaltevermögen, aber es lohnt sich am Ende.

Zusammenfassung: Fotomodi P, A, S & M

Wie man an dieser kleinen Vorstellung der Fotomodi P, A, S und M sieht kann man weitaus mehr aus seiner Kamera herausholen. Man steigert sich von der Halbautomatik hin zur Vollautomatik und was man bekommt ist eine große Auswahl an kreativen Möglichkeiten, die einem erst beim Ausprobieren der Modi bewusst wird. Also gilt wie immer: Fotos machen, lernen, bessere Fotos machen!

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