Was soll ich zu meiner Sony Alpha 57 bloß schreiben? Mir steht kein Testlabor zur Verfügung und ein Technikexperte bin ich auch nicht. Einen ausführlichen, technischen Test findet ihr auf dieser Seite. Was bleibt also? Ein Review als Fotografieanfänger, zumindest würde ich mich nach wie vor so beschreiben, für andere Rookies in diesem Bereich. Ich werde im folgenden mal beschreiben, warum ich gerade diese Kamera ausgewählt habe und was ich für Eindrücke bis dato sammeln konnte.

Ist die Sony Alpha 57 für Fotografieanfänger geeignet?

Um das Ergebnis schon mal vorweg zu nehmen: Natürlich! Leider gibt es da nur ein Problem mittlerweile. Dieses Schmuckstück gibt es als Neuware gar nicht zu kaufen. Anscheinend habe ich in 2013 eines der letzten Exemplare bekommen. Glück gehabt! Die Sony Alpha 57 gilt nach wie vor als eine der besten Mittelklassekameras, die Sony bisher hergestellt hat. Die Sony-DSLT (nein, es ist keine „richtige“ DSLR, der Spiegel ist fest und teildurchlässig!) macht wirklich Spaß und ich denke, sie ist auch durchaus für fortgeschrittene Fotografen ein Leckerbissen.

Warum die Sony Alpha 57?

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, wie hoch sein Anspruch ist und welche Kamera diese abdeckt. Oftmals liegen da die Fantasie von schnellen, surrealen HDR-Fotos und der tatsächlichen Realität weit auseinander. Ich habe mir damals die Sony Alpha 57 gekauft, um ein gutes solides Einstiegsmodell zu bekommen an dem ich langsam selbst wachsen konnte und mich in das Reich der Fotografie und auch der Fantasie vorzutasten ohne dabei meinen Geldbeutel überzustrapazieren. Also habe ich es wie jeder Technikanfänger gemacht (jeder ist vielleicht übertrieben, SOLLTE aber so sein) und habe mir Tests angesehen, mich beraten lassen und von Leuten, die von DSLRs und DSLTs Ahnung bzw. Erfahrung hatten Tipps geben lassen.

Ist diese DSLT wirklich ihr Geld wert?

Mit voller Überzeugung kann ich da ein „ja“ raushauen. Je weiter man fortschreitet, desto mehr Macken findet man. Jedoch, wenn sich diese in Grenzen halten bzw. einfach an die Kameraklasse (DSLT/DSLR mit APS-C-Sensor) geschuldet sind, dann kann man da auch mal drüber hinwegschauen. Gerade als Anfänger habe ich mich über die einfach Menüführung gefreut, die mir Step-by-Step erklärt hat wofür, welche Funktion nötig ist. Gerade wenn man am Anfang vielleicht keine Ahnung hat, was welcher Weißabgleich bewirkt, kann das schon sehr hilfreich sein. Ebenso die intuitive Führung durch alle Einstellungen hat mich nicht verzweifeln lassen (da sind manche Toaster heutzutage komplizierter). Um es kurz zu machen die Kamera hat mich sehr schnell lernen lassen ohne mich dabei zu langweilen oder zu überfordern. Egal, ob vollautomatischer oder manueller Modus, ich kann von mir behaupten, dass ich die Grundproblematiken und -chancen mittlerweile sehr gut beherrsche. Wer Lust hat kann sich ja gerne mal in meinen Galerien umschauen, ob die er/sie die Bildqualität gut oder verbesserungswürdig empfindet. Die meisten der Bilder sind unbearbeitet, sind also quasi Rohmaterial direkt aus der Kamera. Was man auch ohne Expertendasein hier aus technischer Sicht sagen, ist, dass die Sony Alpha 57 sehr rauschfreie Fotos macht selbst bei einer ISO-Einstellung von 3200. Zudem trifft der Autofokus in den meisten Fällen ins Schwarze, was ärgerliche Momente im Nachhinein am Rechner deutlich reduziert. Also aus persönlicher Sicht kann ich nur wiederholen, ja ich bereue es nicht diese Kamera gekauft zu haben.

Was fehlt an der Sony Alpha 57?

Eigentlich nicht viel. Wer unbedingt ein W-LAN-Modul in der Kamera haben will, der muss wohl leider die Finger von der Sony Alpha 57 lassen. Da heißt es nämlich ganz halbklassisch „Karte raus, in den PC stecken, Bilder raus“ (klassisch wäre der Part mit dem Film und den Kram entwickeln ;)). Ebenso für Leute, die Probleme haben sich zu erinnern, wo sie das Foto vor dem Eiffelturm aufgenommen haben könnte es Probleme geben, da die DSLT keinerlei GPS-Modul an Bord hat. Für HDR-Liebhaber könnte es zudem störend sein, dass die automatischen Belichtungsreihen nur Werte bis +-0,7 EV zulassen. Allerdings kann dies natürlich durch manuelle Einstellungen behoben werden. Das war es auch schon mit meinen „negativen“ Punkten an dieser Stelle.

Welche Kamera ist der Nachfolger für die Sony Alpha 57?

Ich sage mal die Sony Alpha 58 ist der legitime Nachfolger der 57er. Das ist eigentlich nicht ganz korrekt, da die 58er als Einsteiger-Kamera zwischen der Sony Alpha 37 und der 57er fungieren sollte, jedoch sind beide mittlerweile vom Market verschwunden und die Sony Apha 58 ist nach wie vor an Ort und Stelle. Vergleicht man die Sony Alpha 58 und 57 wird man feststellen, dass die höher nummerierte zwar eine höhere Pixelzahl hat, aber ansonsten doch der Vorgängerkamera unterlegen ist. Sieht man sich das Produktdatenblatt an, so fallen einem schnell der weniger hochauflösende Display, die geringere Serienbildzahl sowie die schlechtere HD-Videoqualität ins Auge. Würde ich die Sony Alpha 58 kaufen? Ich muss trotz der vorangegangenen „Schwächen“ (was sie nicht wirklich sind) zugeben, dass der Kauf einer Sony Alpha 58 bei einem Preis knapp über 300 Euro doch schon verlockend wäre, wenn ich nicht schon meine Alpha 57 hätte. Ich denke, dass man ruhigen Gewissens einem Fotografieanfänger, der nicht die Ambition hat ins Modelgeschäft oder Ähnliches einzusteigen, raten kann sich die Sony Alpha 58 zu kaufen. Also ran an die Kamera und viel Spaß!