Emil Noldes Kunst in Hamburg noch bis zum 28.05.2012 zu sehen

Das Ernst Barlach Haus zeigt zu seinem 50. Geburtstag in einer besonderen Ausstellung die Kunst von Emil Nolde. Die Masken und Figuren, des in Schleswig-Holstein geborenen Künstlers, stehen dabei im Mittelpunkt.

Emil Nolde – Umstrittener Künstler

Emil Nolde fotografiert
Portraitfoto von Emil Nolde, 1929

Das Leben von Emil Nolde ist in etwa so vielseitig wie sein künstlerisches Schaffen, wovon ein Teil in diese Tagen im Hamburger Ernst Barlach Haus zu sehen ist. Eigentlich wurde Emil Nolde nicht unter diesem Namen geboren, sondern als Hans Emil Hansen. Im Laufe seiner künstlerischen Tätigkeit wurde aus seinem eigentlichen Namen dann Emil Nolde, benannt nach seinem Geburtsort Nolde in Schleswig-Holstein. Nach einem eher anfänglich unspektakulärem Berufsstart als Schnitzer und Möbelzeichner beginnt er im Bereich des ornamentalen Zeichnens und Modellierens an der Kunstgewerbeschule in St. Gallen. Zudem veröffentlicht er erste Zeichnungen in der Zeitschrift „Jugend“. Die letzten beiden Jahre vor dem Wechsel in das 20. Jahrhundert besucht Emil Nolde private Malschulen in München und die Académie Julian in Paris, die auch schon zum Beispiel der schweizer Künstler Ferdinand Hodler eine Zeit lang eine künstlerische Heimat darstellte. 1901 schließt er sich der Berliner „Secession“ an, einer Künstlervereinigung, die sich gegen das kaiserliche Kunstverständnis stemmte und eigene Kunstausstellungen inszenierte. Später wird Nolde jedoch, wie viele andere Expressionisten ausgeschlossen und findet eine neue Zuflucht in der sich abspaltenden Künstlergruppe „Neue Secession“. Zuvor tritt er jedoch noch einer anderen Künstlergruppe, der „Brücke“, für zwei Jahre bei. In den anschließenden Jahren entstehen neben vielen seiner berühmten Kunstwerke, auch die neunteilige Reihe „Das Leben Christi„. Auch seine Masken und Puppen entstehen größtenteils in dieser neuen Schaffenszeit, die jetzt in der Ausstellung im Ernst Barlach Haus zu sehen sind. Umstritten ist Emil Nolde aufgrund seiner Mitgliedschaft in der NSDAP und anti-semitischen Einstellungen, die sich auch teilweise in seinen Kunstwerken ausdrücken. Trotz dieser offensichtlichen Nähe zum Nationalsozialismus, wird seine Kunst von eben diesen als „entartet“ angesehen und Nolde kann nur noch versteckt seinem Beruf nachgehen. Auch wenn dies das Bild des Emil Noldes trüben mag, wird er nach dem Krieg bis zu seinem Tode 1956 mit Auszeichnungen und Ehrungen überhäuft. Ein Beispiel sei der Orden „Pour le Mérite“ in der Friedensklasse. Die Ausstellung im Ernst Barlach Haus befasst sich mit den Werken Noldes vor 1930 und ist auf jeden Fall einen Besuch Wert.

Das Ernst Barlach Haus feiert seinen 50. Geburtstag

Das Hamburger Privatmuseum, das 1962 seine Pforten öffnete, befindet sich im Jenischpark. Gegründet wurde es von Hermann F. Reemtsma. Benannt nach dem Expressionisten Ernst Barlach (1870–1938) sind auch von diesem Kunstwerke zu bestaunen. Das Ernst Barlach Haus bietet außerdem zu großen Teilen Sammlungspräsentationen und Sonderausstellungen zur Kunst der Klassischen Moderne und der Gegenwart, auch ein erweitertes Kulturprogramm mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr. Die Öffnungszeiten der Emil Nolde-Ausstellung sind immer dienstags bis sonntags von 11.00-18.00 Uhr. Die Eintrittspreise liegen bei sechs Euro für Erwachsene und vier Euro bei Ermäßigung. Kinder bis 12 Jahre erhalten sogar freien Eintritt.

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